Neues Wohnprojekt

Schon seit Jahren besteht das große Problem, dass durch das zunehmende Alter und die oft damit einhergehende Pflegebedürftigkeit eine weitere Betreuung der betroffenen BewohnerInnen in der Wohnstätte Altes Kurhaus mit der angeschlossenen Außenwohngruppe in der Ringstraße in Seck wegen fehlender Barrierefreiheit und mangels geeigneter Pflegeräume nicht mehr möglich ist.

In einzelnen Fällen blieb dann nur der Umzug in ein Pflegeheim, was aber die Zerstörung langfristig gewachsener sozialer Bindungen zur Folge hatte. Der Umbau des Alten Kurhauses, insbesondere die Ausstattung des Gebäudes mit einem Aufzug wurde intensiv geprüft, konnte aber aus wirtschaftlichen Gründen nicht weiter verfolgt werden. Auf diesem Hintergrund war es ein Glücksfall, dass in Rennerod im Rahmen einer Zwangsversteigerung das ehemalige Alten- und Pflegeheim ‚Am Alsberg‘ erworben werden konnte. Da der Betreuungsverein ‚Lotsendienst Betreuungen e. V.‘ in Höhn in Einzelfällen ebenfalls Bedarf an Wohnraum für beeinträchtigte Menschen hat, wurde eine Bieter- und Bauherrengemeinschaft gebildet, die das Projekt weiter vorantreibt. In diesem Rahmen erfolgten unter Beteiligung unseres Spitzenverbandes – Fachreferat Eingliederungshilfe – Abstimmungsgespräche mit Sozialministerium und Kreisverwaltung und zurzeit wird der Antrag auf Nutzungsänderung vorbereitet.

Aus dem ehemaligen Pflegeheim mit 25 Plätzen werden je nach Ausbauvariante 13 – 15 Wohnungen entstehen. Die Bandbreite reicht hierbei von eigenständigen Appartements, zum Teil auch für Rollstuhlbenutzer geeignet, bis zur Bildung von kleinen Hausgemeinschaften, die maximal 4 Plätze umfassen und ähnlich wie eine Wohnung strukturiert sind. Mit einem Aufzug werden alle 4 Etagen des Hauses erschlossen.

In Anlehnung an die in den 1920er Jahren verfolgte Nutzung des Hauptgebäudes als Gendarmerie haben wir dem Wohnprojekt den Titel ‚Alte Gendarmerie‘ gegeben.

Insgesamt stehen ca. 650 qm Wohn- und Nutzflächen zur Verfügung, davon ca. die Hälfte in der ehemaligen Gendarmerie und die andere Hälfte in einem 1986 entstandenen Anbau. Mit der Planung für die neue Nutzung sowie die Ausschreibung und Überwachung der notwendigen Sanierungs- und Umbauarbeiten wurde das Architekturbüro Peter Frensch aus Hellenhahn beauftragt. Um eine abschließende Kostenschätzung vornehmen zu können, müssen noch die im Rahmen der späteren Baugenehmigung erteilten Auflagen zum Brandschutz kalkuliert werden.

Wir können aber schon heute davon ausgehen, dass sich die später von den NutzerInnen des Hauses zu tragenden Kosten für das Gebäude in einem wirtschaftlichen Rahmen bewegen werden. Erste Entrümpelungs- und kleinere Abrissarbeiten sowie die Rodung des Außengeländes wurden von der Tochtergesellschaft des Vereins für Behindertenarbeit, dem Integrationsunternehmen HSG Hachenburger Service gGmbH durchgeführt. In dem neuen Projekt können auf ideale Weise Angebote für Menschen mit unterschiedlich hohem Unterstützungsbedarf kombiniert und damit ein großer Schritt in die Zukunftsfähigkeit des Standortes Rennerod/Seck gemacht werden. Mit dem für Spätsommer 2012 geplanten Bezug des Hauses wird der Verein für Behindertenarbeit e. V. auch im 30. Jahr seines Bestehens wiederum seine Innovationskraft unter Beweis stellen und ein weit über die Region hinaus wirkendes Modellprojekt realisieren.

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